Magisches Indien Die Welt von Paule Seux ist von Menschen bevölkert. Menschen, Gebildete oder Analphabeten, die sich über die Erde, den Kosmos, das Göttliche Gedanken machten, die sich darüber immer weniger Gedanken machen, wie lange noch?
Schuld tragen die vorrückende Moderne, der Bekehrungseifer der Evangelisten, der die animistischen Glaubensformen unterhöhlt (in Papua) der Klimawandel (in Afrika) die Geldgier, die ganze Völker dazu treibt, ihre Kultur zum Touristenspektakel zu degradieren, diktatorische Regimes wie in Burma oder China, die den Minderheiten den Kampf ansagen.
Momente gelebter Spiritualität im Himalaya, Alltags-Winzigkeiten in Mali, immer sind es Wesen aus Fleisch und Blut, deren Identität mit Riesenschritten verschwindet, nach denen die Fotografin sucht.
Auch wenn die Zukunft der Globalisierung gehört, gibt es noch unzählige Menschen, die ihren Ursprüngen näher geblieben sind und den Reisenden berühren. Vor allem aber gibt es das Glück, vielleicht zu den letzten Fotografen zu gehören, die vor der massiven Ankunft des eindimensionalen Menschen noch die Welt bereisen können, um das gefährdete Meisterwerk der menschlichen Vielfalt zu dokumentieren.
| PORTFOLIO nr. 156 |
|
|