Roma 1995-2008 Seit bald zwanzig Jahren beobachtet und fotografiert Yves Leresche die Roma-Gemeinschaften in Osteuropa. Bei seiner Arbeit versteht sich der Fotograf als »Autor«, sie ist aber auch eine Bilddokumentation, die weit über das hinausgeht, was die Roma gewöhnlich den Gadjes (Nicht-Roma) zeigen wollen. Aus ihr lässt sich die ganze Entwicklung der Welt der Roma ablesen, wie sie nach dem Ende des Kommunismus und der Öffnung der Grenzen bis heute stattgefunden hat. Sehr schnell sind die Roma seit diesem Umbruch von einer stabilen, mit der Natur und ihren traditionellen Berufen verbundenen Lebensweise zum blossen Überleben übergegangen. Ihr Handwerk war nicht mehr rentabel, so mussten sie in die grossen städtischen Zentren ihrer Länder oder Westeuropas abwandern, um dort Arbeit zu finden.
Diese Bewegung hat sich mit Übergang ins Jahr 2000 stark beschleunigt. Im Laufe fruchtloser Migrationsversuche, durch die sich die Familien geographisch verzetteln und oft auch verarmen, werden die Gemeinschaften destabilisiert. Diese erzwungene Entwicklung führt auch dazu, dass die Roma-Kinder wegen des dauernden Ortswechsels die Schule aufgeben und lieber einer kleinen Arbeit nachgehen, mit der sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.
In einer zweiten Folge von Bildern wird Yves Leresche die aktuellen Schwierigkeiten von Roma-Minderheiten aus dem Balkan, Mazedonien, Albanien, Kosovo, Rumänien und Serbien ins Licht rücken.
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